Museum Prassek-Scheune

in Kreuzwertheim

 

Das Museum Prassek-Scheune befindet sich in einer renovierten 400 Jahre alten Fachwerkscheune gleich neben dem Schloss derer zu Löwenstein, nahe dem Kreuzwertheimer Mainufer. Die in Zusammenarbeit mit dem Wertheimer Grafschaftsmuseum wissenschaftlich aufgearbeitete Sammlung wurde der Öffentlichkeit erstmals anlässlich des Jubiläums 1.000 Jahre Marktrecht Kreuzwertheim zugänglich gemacht und bereichert seither die Wertheimer Museumslandschaft als weiteres Standbein. Auf 200 Quadratmetern zeigt die Museumsleiteren, Gisela Hyn, derzeit ca. 2.000 Exponate, die das Leben zwischen dem 19. und der Mitte des 20. Jahrhunderts in der "alten Grafschaft" umfassen. Ganz im Geiste des Stifters, Alfred Prassek, lässt sich ablesen, wie beschwerlich das Leben der Menschen war und mit welcher Rasanz die einziehende Technik das Leben verändert hat, welches über Jahrhunderte hinweg als gleichmäßiger Strom dahingegangen war. Gezeigt wird der Alltag aller Lebensbereiche, vom Schuster über Schlosser, Steinmetz, Tischler, Seiler, Büttner, Imker, Bäcker, Metzger, die Land-, Milch-, Haus- und Holzwirtschaft, zudem, in einer liebevollen Extraausstellung: der Schulalltag der Kinder.

 

Die Alfred-Prassek-Stiftung hat es sich zum Ziel gesetzt, die Kulturgüter aus dem Bereich der alten Wertheimer Grafschaft zu erhalten. Dazu gehören die Förderung und der Erhalt der Bräuche, auch jener Wertheimer, die sich nach 1945, aus dem Osten kommend, hier angesiedelt haben. Die Stiftung unterstützt die wissenschaftliche Erforschung unter volkskundlichen, kunstgeschichtlichen sowie landschafts- und denkmalschützerischen Aspekten. Die Jugendhilfe wird zielgerichtet, unter anderem mit Sprachunterricht für die Kinder ansässiger Auslandsdeutscher unterstützt. Stiftungsvorstand ist Helmut Arnold, sein Stellvertreter Dr. Rudolf Lachenmann. Die Kuratoren sind: Jochen Heidelmann, Walter Kurtz, Wolfgang Schuller und die Witwe des Stifters, Hilde Röth-Prassek. 

 

Geschichte Alfred Prassek

Alfred Prassek wurde am 9. November 1921 in Zauditz, im Hultschiner Ländchen, heute Tschechien, geboren. Nach der Schule machte er eine Schlosserlehre, arbeitete dann im Görlitzer Eisenbahnbetriebswerk und wurde später zum Militärdienst eingezogen. Zu Kriegsende wurde er nach Flörsheim im Rhein-Main-Gebiet entlassen. Dort machte er sich einen legendären Namen, weil er es schaffte, aus Glasscherben und Holzlatten provisorische Fenster zu konstruieren. Der Grundstein seiner beruflichen Laufbahn war gelegt. Aus Trümmern baute er eine Werkstatt auf, machte zwei Ausbildungen zum Schlosser- und Glasermeister und stellte Mitarbeiter ein. Es entwickelte sich ein erfolgreiches Metallbau-Unternehmen. Als sich im aufkommenden Wirtschaftswunder Banküberfälle häuften, begann Prassek Banken mit kugelsicherem Glas und Überwachungskameras auszustatten. Verschiedene Großaufträge machten den Selfmade-Mann bald zum Selfmade-Millionär. Als seine Frau nach fast 30 Ehejahren starb, brach er mit seinem alten Leben und zog nach Kreuzwertheim. Dort heiratete er später Hilde Röth, eine Cousine seiner verstorbenen Frau. Als Prassek am 20. November 2004 starb, hinterließ er den Grundstein der nun ausgestellten Sammlung, das Museumsgebäude und die zugehörige Stiftung.

 

 

Text: Prospekt Museum "Prassek-Scheune"

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