Jährliche Weihnachtsausstellung

1. Advent – 06. Januar

Jedes Jahr vom 1. Advent bis 6. Januar (Hl. Drei Könige) zeigt das GLASMUSEUM WERTHEIM seine jährliche Weihnachtsausstellung:

 

Historischer und moderner Christbaumschmuck aus Glas

Ausstellung / Glaskugelblasen / Versilbern / Weihnachtsbasar / Führungen

Die Weihnachtsausstellung hat eine lange Tradition, erinnert sie doch an die Herkunft der Wertheimer Laborglasindustrie aus Thüringen, von wo aus im 19. Jahrhundert der gläserne Christbaumschmuck seinen Siegeszug in alle Teile der Welt begann.

 

Ausstellung: Historische Christbaumschmucksammlung

Historischer Christbaumschmuck aus Lauscha/Thüringen (ab 1860 bis 1970):

In der über 100 Jahre alten Christbaumschmucksammlung glitzern bunt bemalt und reich verziert Früchte, Vögel, Hirsche, Kugeln und vielerlei Formsachen aus Thüringen.
Sie zeigen, wie der Bau einer Gasanstalt in Lauscha (1867) und neue Versilberungsmethoden (um 1870) die Produktion gläsernen Christbaumschmucks explosionsartig ansteigen ließ.

Historischer Christbaumschmuck aus Gablonz/Böhmen (1860-1930):

Seit ca. 1860 wird im nordböhmischen Gablonz gläserner Christbaumschmuck in Heimarbeit hergestellt. Der aus der Perlenindustrie entstandene Baumschmuck vermittelt ein genaues Abbild der Gesellschaft. Denn alles, was zu jener Zeit die Menschen bewegte, schlug sich in den phantasievollen Gebilden und Miniaturabbildungen von Gegenständen des täglichen Gebrauchs nieder.

 

Ausstellung: 10 echte Weihnachtsbäume

An zehn echten geschmückten Weihnachtsbäumen spiegelt der gläserne Christbaumschmuck den Zeitgeschmack der jeweiligen Epoche wider, u. a.:

  • Biedermeier-Naschbaum
  • 4 m hoher Thüringer Baum (Historismus)
  • „Weiße Baum“ des Jugendstils
  • Engelshaar-Baum
  • 50er-Jahre-Baum
  • Moderner Lauschaer Kugelbaum

 

Glaskugelblasen

Der Museumsglasbläser zeigt wie aus einer Glasröhre gläserne Weihnachtskugeln entstehen und lädt die Besucher ein, sich ihre eigenen Christbaumkugeln vor der heißen Flamme zu blasen.

Auf Wunsch fertigt er auch Ihr ganz persönliches „Weihnachts-Glas“.

 

Versilbern

Unsere Museumsmitarbeiter versilbern gläsernen Christbaumschmuck aus der Museumswerkstatt auf Anfrage.

 

Weihnachtsbasar

Mit dem Kauf aus unserem Weihnachtsbasar unterstützen Sie unsere Museumswerkstatt (Sauerstoff).

Wie früher in den thüringischen und böhmischen Zentren der Christbaumschmuckherstellung verkauft das GLASMUSEUM WERTHEIM während der Weihnachtsausstellung:

  • historischen und modernen Christbaumschmuck aus Thüringen und Böhmen
  • Weihnachtspyramiden aus Wertheimer Laborglasstäben
  • Christbaumschmuck aus der Museumswerkstatt
  • u. v. m.

 

"Christmas Sponti"  von Ottmar Hörl

Brandneu eingetroffen im  Glasmuseum Wertheim ziert er  als neue Christbaumschmuckfigur den 4 m hohen „Thüringer Baum": der rot lackierte gläserne „Christmas Sponti" des Wertheimer Künstlers Ottmar Hörl, Präsident der Nürnberger Akademie der Bildenden Künste.

 

Hergestellt in Neustadt bei Coburg ist er sozusagen die weihnachtliche Miniaturausgabe seines „Sponti-Zwergs", auch bekannt als der Gartenzwerg mit dem Stinkefinger. 1000 solcher Zwerge hatte Hörl 1994 in seiner Installation „Fliegender Wechsel" in Seligenstadt sowohl in Gruppenformation als auch einzeln in der Stadt verteilt – und anschließend sich selbst überlassen! So blieben sie stehen bis sie jemand mitnahm, was von Hörl bewusst eingeplant war. Im Verschwinden sah er lediglich ein Wechsel vom öffentlichen zum privaten Raum, eine Verrückung von einer Position in eine andere im Sinne eines „Fliegenden Wechsels" (siehe www.ottmarhoerl.de). Auf „spontane" und irgendwie doch abgesprochene Aktionen in der Öffentlichkeit setzte übrigens auch die politisch linksgerichtete „Sponti"-Szene der 1970er und 1980er Jahre, um auf sich aufmerksam zu machen.

 

Die Geste des Stinkefingers, den der „Christmas Sponti" den Besuchern vom Weihnachtsbaum entgegenstreckt, ist noch älter als die Sponti-Szene, denn diese war schon im Alten Rom bekannt. Damals standen in den Häusern reicher Bürger Hermeskopfstatuen als Schutz vor Dieben. Um diesen Schutz aufzuheben, riet der römische Dichter Catull den Dieben, den Stinkefinger als Gegenzauber zu benutzen. Der „Christmas Sponti" kann im Museumsshop erworben werden.

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